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Wenn eine gute Präsentation schon die halbe Miete ist …

Ein Beitrag von
Ronja Tölle

Wenn eine gute Präsentation schon die halbe Miete ist …

Persönliche Erfahrungen aus dem Agenturalltag

Wer kennt das nicht: Ein neuer Kunde kommt mit einem Auftrag auf dich zu. Du hast unglaublich gute und kreative Ideen und bastelst mal eben was in Photoshop zusammen. Kurz was Nettes und Erklärendes dazu geschrieben, ein bisschen was mit Farbe hier und ein paar Icons da, zack fertig und als PDF gespeichert. Chef findet es O.K., hat ja schließlich auch nur 30 Minuten gedauert. Time is Money und das Leben ist kein Ponyhof.

Dann sitzt du beim Kunden, präsentierst gefühlt die Idee deines Lebens und irgendwie scheint der Funke nicht recht überzuspringen. „Irgendwie ist das… nunja… nicht kreativ genug. Geht das nicht… größer, besser, neuartiger? Ich will das so, wie Unternehmen XY das jetzt hat!“ Im Stillen ärgerst du dich. Deine Idee war bestimmt super. Aber eine gute Präsentation ist eben schon die halbe Miete!

Vermutlich kennt jede Kreativagentur genau dieses Problem. Ab wann ist eine Präsentation denn jetzt perfekt? Es gibt da auf jeden Fall einige nette Herangehensweisen, Kunden von sich und seinen kreativen Machenschaften zu überzeugen. Ich erinnere mich an eine frühere Kollegin, die zu jedem Konzept akribisch Herleitungen verfasste und dann auch in jeder Präsentation auf mindestens 15 Folien den Kunden damit einschläferte, was denn jetzt genau diese tolle geschweifte Klammer mit seinen deutschen Kartoffeln zu tun hätte. Gefolgt von 15 Bildern, die diese unglaubliche Gemeinsamkeit darstellten. Mir hätten davon wohl schon 2 Folien gereicht. Dem angestrengt blickenden Kunden wohl auch.

Noch netter finde ich allerdings diejenigen, die scheinbar so häufig ihren Job wechseln müssen, dass vorsichtshalber auf jeden einzelnen Präsentationschart das Agenturlogo draufgepackt wird. Nicht, dass man mal vergisst, für wen man gerade arbeitet. Ist ja auch nicht so einfach. Und auf der anderen Seite kann man von einem Kunden ja auch nicht erwarten, sich 45 Minuten daran zu erinnern, mit wem er da gerade spricht.

Wenn eine gute Präsentation schon die halbe Miete ist …

Persönliche Erfahrungen aus dem Agenturalltag

Wer kennt das nicht: Ein neuer Kunde kommt mit einem Auftrag auf dich zu. Du hast unglaublich gute und kreative Ideen und bastelst mal eben was in Photoshop zusammen. Kurz was Nettes und Erklärendes dazu geschrieben, ein bisschen was mit Farbe hier und ein paar Icons da, zack fertig und als PDF gespeichert. Chef findet es O.K., hat ja schließlich auch nur 30 Minuten gedauert. Time is Money und das Leben ist kein Ponyhof.

Dann sitzt du beim Kunden, präsentierst gefühlt die Idee deines Lebens und irgendwie scheint der Funke nicht recht überzuspringen. „Irgendwie ist das… nunja… nicht kreativ genug. Geht das nicht… größer, besser, neuartiger? Ich will das so, wie Unternehmen XY das jetzt hat!“ Im Stillen ärgerst du dich. Deine Idee war bestimmt super. Aber eine gute Präsentation ist eben schon die halbe Miete!

Vermutlich kennt jede Kreativagentur genau dieses Problem. Ab wann ist eine Präsentation denn jetzt perfekt? Es gibt da auf jeden Fall einige nette Herangehensweisen, Kunden von sich und seinen kreativen Machenschaften zu überzeugen. Ich erinnere mich an eine frühere Kollegin, die zu jedem Konzept akribisch Herleitungen verfasste und dann auch in jeder Präsentation auf mindestens 15 Folien den Kunden damit einschläferte, was denn jetzt genau diese tolle geschweifte Klammer mit seinen deutschen Kartoffeln zu tun hätte. Gefolgt von 15 Bildern, die diese unglaubliche Gemeinsamkeit darstellten. Mir hätten davon wohl schon 2 Folien gereicht. Dem angestrengt blickenden Kunden wohl auch.

Noch netter finde ich allerdings diejenigen, die scheinbar so häufig ihren Job wechseln müssen, dass vorsichtshalber auf jeden einzelnen Präsentationschart das Agenturlogo draufgepackt wird. Nicht, dass man mal vergisst, für wen man gerade arbeitet. Ist ja auch nicht so einfach. Und auf der anderen Seite kann man von einem Kunden ja auch nicht erwarten, sich 45 Minuten daran zu erinnern, mit wem er da gerade spricht.

Mein damaliger Dozent hat mal behauptet, eine gute Präsentation dürfe nur maximal 10-15 Folien beinhalten. Ich denke mir heute manchmal, er hatte vermutlich nur keine Lust, seine Vorträge stundenlang und mühselig spannend zu gestalten. Trotzdem teile ich aber seine Meinung. Weniger ist meist eindeutig mehr! Vor allem, weil die meisten Menschen, vor denen präsentiert wird, viel zu wichtig sind, um länger als 1 Stunde ruhig auf der Stelle sitzen zu können. Und im Übrigen sind diese Menschen auch meistens nicht annähernd so kreativ wie wir. Und das ist auch gut so, sonst wären wir nämlich alle arbeitslos. Wir müssen nur wissen, wie wir damit umzugehen haben. Wir können unseren Entscheidern anvertrauen, so viel kreative Vorstellungskraft zu haben um sich ein Plakat in der Innenstadt vorzustellen. Um eine komplett ausgestaltete Roadshow zu verstehen, werden allerdings mehr als drei nette Bilder benötigt. Deshalb habe ich auch eine rieeeesige Sammlung von Mockups. Quasi mindestens eins für jede gestalterische Lebenslage.

Aber naja, eine meiner ehemaligen Kolleginnen sagte immer „Eine Arbeit muss sich immer selbst erklären, oder steht ihr in der Stadt auch neben eurem Plakat und erklärt es den vorbeilaufenden Menschen?“ Ich habe schon oft darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass eine gute Präsentation auch ohne ein einziges erklärendes Wort auskommen sollte, um gut zu sein. Könnt ihr euch nicht vorstellen? Ich habe es in einer ehemaligen Agentur bei einem unglaublich wichtigen Kunden ausprobiert. Meine Chefin hätte mich anfänglich am liebsten dafür umgebracht, kurz vor der Deadline war aber auch sie von der Idee überzeugt. Und ja, auch der Kunde war anfänglich äußerst irritiert – aber eben nur anfänglich. Im Nachgang betrachtet haben wir als Team allerdings von einem Kunden noch nie so viel Lob bekommen, wie an diesem Tag für diese Präsentation.

Beitragsbild gestaltet von macrovector – www.freepik.com

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