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Du bist Kommunikationsdesigner – was ist das denn?

Ein Beitrag von
Ronja Tölle

Du bist Kommunikationsdesigner – was ist das denn?

 

Kommunikationsdesigner? – Kommunikationsprobleme!

Ungefähr so oder so ähnlich lautet die Frage, die ich gestellt bekomme, wenn ich jemandem von meinem Job erzähle. Kommunikationsdesigner?! – Aha, cool … was genau musst du da machen? Einfach ist mein Job tatsächlich nicht zu erklären und die meisten Menschen können sich überhaupt nichts unter meiner Arbeit vorstellen.

Meine Oma stellte das immer vor riesengroße Probleme, wenn ihre Freundinnen fragten, was die Enkelin denn jetzt eigentlich beruflich macht. Nach der etwa 500. Nachfrage und augenscheinlichem Unverständnis habe ich einfach gesagt, dass ich zum Beispiel die bunten Bildchen aus ihrer Tageszeitung mache. Seitdem erzählt sie allerdings ihren Freundinnen ganz stolz, dass alle Bilder und Anzeigen aus sämtlichen Zeitungen von mir sind.

Auch eine Freundin fragte mich irgendwann mal, wie mir mein neuer Job gefällt und was ich denn so machen muss. Sie glaubte, dass ich mir den ganzen Tag Sketches und lustige Bildchen für die „Heute“-Show einfallen lasse. Wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, habe ich bisher weder Bilder für Zeitungen, noch Sketches gemacht.

Erstaunlicherweise wissen oft nicht einmal die Kunden unserer Agentur, was wir da eigentlich genau für sie machen. Von einem Auftraggeber wurde ich immer freudig mit „Da kommt ja unsere Bastelqueen“ begrüßt. Dabei „bastele“ ich auf der Arbeit so gut wie nie und wir besitzen in der ganzen Agentur nicht eine einzige Zickzack-Schere!

Statt zu basteln, planen wir unsere Projekte in Brainstormings und erarbeiten im Team individuelle und passgenaue Lösungen für unsere Kunden.
Während der Teamarbeit sollte man in der Lage sein, Ideen zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln und auch Kritik anzunehmen.

Wir arbeiten zu 99 % digital

Aber zurück zum Thema: Was macht ein Kommunikationsdesigner bei Lohmann and Friends denn jetzt den ganzen Tag? Zunächst einmal komme ich in die Agentur und schalte meinen Mac ein. Ohne den läuft so gut wie nichts, denn wir arbeiten zu 99 % digital. Gebastelt wird bei uns höchstens ein Muster für einen Flyer und meistens reicht da sogar ein Probeausdruck vom handelsüblichen Bürodrucker. Sind alle Mails des Vortages beantwortet, geht es direkt an die Kundenprojekte. Da ist die Liste an möglichen Jobs lang:

  • Wir kümmern uns um die Gestaltung eines neuen Corporate Designs mit Logo, Briefbogen, Visitenkarte, PowerPoint-Präsentation und was sonst noch so dazu gehört.
  • Wir übernehmen die Entwicklung neuer Websites von der Gestaltung bis hin zur Programmierung und der anschließenden Befüllung mit Inhalten.
  • Wir gestalten Flyer und Broschüren, bearbeiten Bilder, schreiben Texte und versuchen immer, unseren Kunden so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.
  • Wir fotografieren und filmen auf Auswärtsterminen und liefern unseren Kunden erstklassiges Bildmaterial.
  • Wir entwickeln Plakatkampagnen, Messestände und Fahrzeugbeschriftungen und planen manchmal sogar Events.

 

Wir werden zu Experten – immer und immer wieder

Diese Arbeiten und vermutlich noch eine ganze Menge mehr gehören fest zu unserem Alltag in der Werbeagentur. Allen Projekten geht allerdings immer ein Schritt voraus, der vermutlich sogar der Wichtigste ist. Wir versetzen uns in unsere Kunden und ihre Produkte, denn nur so können wir gute Werbung für sie entwickeln. Wir treffen uns zu Briefinggesprächen, planen themenbezogene Workshops, bekommen Firmenrundgänge, tauchen in sämtliche Zielgruppen und Marktstrukturen ein und kennen zum Ende eines Projektes viele Produkte besser als der Kunde selbst. Wir werden zu Experten. Und das mindestens ein Dutzend Mal im Jahr für Kunden und Produkte aus unterschiedlichsten Branchen. So kommt durchaus nicht selten vor, dass wir an einem Tag an Projekten für einen Energieversorger, einen Industriekunden und eine soziale Einrichtung gleichzeitig arbeiten.

Wo ich gerade so darüber nachdenke – vielleicht antworte ich in Zukunft einfach anders auf die Frage nach meinem Beruf: Ich sage einfach, dass ich die Möglichkeit habe, jeden Tag in einem anderen Job, mit anderen Menschen und anderen Produkten zu arbeiten. Und das mein Job der kreativste und abwechslungsreichste Beruf ist, den ich mir vorstellen kann.

Noch nicht genug?

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